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Die Angst vor der Veränderung

Wer von uns bekommt da nicht gleich ein Gefühl der Bedrohung, weil wir nicht einschätzen können, welche möglichen Gefahren und Unannehmlichkeiten damit verbunden sind.

Unsere Skepsis oder Angst bezüglich Veränderungen ist vollkommen natürlich, denn sie sichert unser Überleben. Als hochentwickeltes Lebewesen haben wir viele verschiedene Möglichkeiten, aktiv mit den Gefühlen umzugehen, die mit Veränderungen verbunden sind. Wir können anders damit umgehen als mit Angst und vielleicht sogar mit Panik (je nach Grösse und Ausmass der Veränderung). Diese erste Reaktion auf Neues  ist im sogenannten Stammhirn zwar verankert, dem primitiven, instinkt-gesteuerten Teil unseres Gehirns, den unsere Vorfahren schon vor hunderttausend Jahren hatten. In einem Bruchteil einer Sekunde entscheidet unser Stammhirn, dass eine neue Situation Gefahr bedeutet, bekommen Sie Angst. Erst in einem weiteren Schritt können wir durch unsere Erkenntnisfähigkeit unsere Gefühle reflektieren und unsere Handlungen bewusst steuern.

 

Es gibt es Veränderungen, die scheinbar von aussen kommen – z.B. dass die Strasse vor unserem Haus verbreitert wird oder dass unsere Regierung die Steuern erhöht. Wie aus heiterem Himmel stehen wir vor der Veränderung – aussuchen konnten wir es nicht. Wirklich nicht?  Tatsächlich warten wir oft mit vielen notwendigen Entscheidungen bezüglich Veränderungen so lange, bis irgend etwas auf uns zukommt, das uns zwingt unser bekannt-vertrautes Feld zu verlassen.

 

Veränderungen packt der Mensch meist nur unter zwei Voraussetzungen an: Leid (Schmerz) oder Sehnsucht (Hoffnung). Meist ist es der Schmerz, der uns dazu bewegt, unser Leben umzukrempeln - anders sehen wir keinen Grund, lieb gewonnene Pfade der Gewohnheit zu verlassen. "Komfortzone" nennen wir den Bereich, an den wir uns gewohnt haben. Er mag schlecht sein, uns schaden, aber wir kennen ihn. Offenbar reicht das für uns aus, diesen Bereich nicht zu verlassen, nichts Neues zu wagen. Dass es sich jedoch lohnt diese Zone zu verlassen, sollte uns eigentlich die Geschichte zeigen und wenn wir ehrlich sind geben wir zu, dass wir das wissen. Wer träumte nicht als Kind und Jugendlicher davon, Abenteuer zu bestehen, mutig die Welt zu erobern, Neues zu schaffen. Doch irgendwann - ganz unbemerkt - haben wir unsere Träume begraben, haben wir es verlernt an uns, an uns, an unsere Intuition und an unsere Kraft zu glauben. Leider.

Die Komfortzone ist unser unsichtbarer Käfig aus Gewohnheiten, Ängsten und einschränkenden Glaubenssätzen. Wer persönlich wachsen uns ein Potential zum Glück entfalten möchte, muss den beschränkten Radius seiner Lebensführung erweitern, muss Raum lassen für Neues, Unbekanntes und Gefürchtetes.

 

Denn: 

„Nicht weil etwas so schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es so schwer.“ (Seneca)

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