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Das grosse Loslassen

Während uns das Formulieren von Wünschen und Zielen noch verhältnismässig leicht fällt, tun sich die meisten Menschen schwer, wenn es darum geh, loszulassen, bildhaft die Hände frei zu bekommen, um Neues anzupacken . 

 

Schon der Gedanke an das Loslassen von Materiellem, an das Entrümpeln der Einbauschränke, des Kellers oder Estrichs lässt viele erschaudern; nicht alleine wegen der damit verbundenen Arbeit. Das es nicht daran liegen kann, erkennen wir spätestens, wenn die gleichen Personen anderen beim Umzug und Entrümpeln helfen.

Wie mühelos erkennen sie, dass Mutters alte Tischdecke entsorgt gehört, dass der Freund hinter seinen noch zu lesenden Zeitungsstapeln (Was für ein Vorhaben !) keine Freundin finden wird und die Sammlung der spröde gewordenen Lippenstifte der Partnerin unnötigerweise Platz benötigt. 

 

Neben dem Loslassen von Dingen müssen wir auch unsere Kinder loslassen, wir müssen auf dem Lebensweg Freunde und Freundinnen loslassen, oft eine Lebenspartnerin oder einen Lebenspartner. Und wenn der Tod bevorsteht, gilt es auch, sich selber loszulassen. 

Auch dieses bewerkstelligen wir verhältnismässig gefasst; teils aus freien Stücke, teils weil uns keine andere Wahl bleibt.

Und noch einmal schwerer tun wir uns mit dem Loslassen unserer Gewohnheiten und Verhaltensweisen, selbst wenn wir wissen, dass sie sich nicht als nützlich erweisen !! 

 

Doch gerade dieses Loslassen wird oft von uns gefordert, wenn wir uns neue Ziele setzen. Der eine will Kilos loswerden, der andere das Rauchen. Ein weiterer möchte endlich Nein-sagen, wenn er nein meint,  und eine andere will sich achtsam besser  vor  seelischen Verletzungen besser schützen.

 

So unterschiedlich die verschiedenen Dinge sein mögen, die wir zur Erreichung unseres jeweiligen Ziels loslassen müssen, wollen oder sollen, so haben sie doch eines gemeinsam: Der Grund unserer Schwierigkeit beim Loslassen liegt in unserer Angst begründet.

  • Wir fürchten, nicht mehr zu besitzen, was einst uns gehörte. 
  • Wir fürchten, Wertvolles vielleicht nicht zu erkennen und wegzuwerfen.
  • Wir fürchten, nicht geliebt, beachtet und anerkannt zu werden. 
  • Wir fürchten, den Halt und die Bedeutung, die uns unsere Erinnerungen gibt, zu verlieren.
  • Wir fürchten uns vor Einsamkeit, vor dem Alleine-sein.
  • Wir fürchten nicht zu genügen.
  • Wir fürchten die Ungewissheit, die Zukunft, letztlich die Unwägbarkeiten des Lebens.

Lassen wir die Angst los, geht loslassen leicht!

 

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