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Glaubenssätze und das ‚innere Feuer’

Wie ich im letzten Blog gezeigt habe, geben Glaubenssätze (Grundannahmen; Wirklichkeit 2. Ordnung nach Watzlawick) unserem Leben Stabilität und Kontinuität und sichern unser Überleben. So müssen wir uns zum Beispiel nicht überlegen, ob der Stein, den wir fallen lassen, nach oben oder nach unten fällt, und uns auch nicht jeden Tag neu davon überzeugen, was passiert, wenn wir ohne uns umzuschauen über die Strasse laufen.

 

Andererseits hindern uns einschränkende Glaubenssätze daran, unsere Ziele zu erreichen und unser Potential zu entfalten. Glaubenssätzen, die in unserer Kindheit und Jugend entstanden sind, werden als Erwachsene nur selten überprüft. So bleiben sie in unserem Kopf bestehen, auch wenn sie schon lange nicht mehr zutreffen und nicht mehr zur Orientierung in der Umwelt dienlich sind, da wir nicht mehr in der selben Situation stehen und auch keine abhängigen kleinen Kinder mehr sind. Anhänger des Glaubenssatzes „Das schaffe ich sowieso nicht“, „Das geht nicht“, „Das darf ich nicht“ gehen mit wenig Kraft und Selbstvertrauen an die Erreichung ihrer Ziele. Auch kleinere Hindernisse oder Rückschläge werden sie als Bestätigung ihres Glaubenssatzes sehen, so dass sie am Ende ganz aufgeben, was wiederum ihren Glaubenssatz bestätigt.

 

Unsere Glaubenssätze verändern sich in der Regel, wenn wir wiederholt gegenteilige Erfahrungen machen. Oft kommt es aber erst gar nicht soweit, weil wir das, was wir - vermeintlich - nicht tun können, auch gar nicht wagen. Der effektivste Weg herauszufinden, wozu wir wirklich fähig sind, ist, so zu tun, 'als ob' wir es könnten. Damit unterziehen wir unsere Glaubenssätze einer Überprüfung und schaffen Raum für neue, positive Glaubenssätze. Gezielt ausgewählte ‚als ob’-Vorstellungen und Bildern bieten die Möglichkeit, unsere Glaubens- und Leitsätze im geschützten mentalen Raum zu prüfen, aktiv weiterzuentwickeln und gegebenenfalls neue Überzeugungen zu installieren. Wir können Glaubenssätze aufgeben, die uns einschränken, und Einstellungen aufbauen, die mehr Spass und Erfolg in unserer Leben bringen.

 

Das ‚innere Feuer’ (Wirklichkeit der 3. Ordnung nach Watzlawick) ist das Abbild der Werte eines Menschen. Es ist das, was ihn antreibt, was ihn von innen heraus motiviert. Dieses ‚innere Feuer’ (wieder) zu entdecken, an die Oberfläche zu holen und es für sich selbst und andere sicht- und nutzbar zu machen, ist neben der Überprüfung und Veränderung von Glaubenssätzen eine weiteres Element meiner Programme und Coachings.

 

Nach meiner Erfahrung gibt es mehrere Wege, um herauszufinden, für was Ihr 'inneres Feuer’ brennt. Doch ich bevorzuge folgende Methode:

Versetze dich in eine Situation, die möglichst weit in der Zukunft liegt. Das kann das Abschlussfest Deiner beruflichen Karriere sein, Dein sechzigster Geburtstag oder Dein Begräbnis.

Klingt vielleicht ein wenig makaber, ist aber erfahrungsgemäss der wirksamste und gleichzeitig positiv berührendste Weg. Höre Dir in Gedanken an, was die Menschen sagen, was genau sie an Dir schätzen. Für was genau, für welche Werte Du aus Sicht dieser Menschen stehst.

 

Am Schluss ist das Erfahrene schliesslich nur noch zu verdichten.

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