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Gesetz der Analogie

Hermes Trismegistos (Hermes, der dreimal Grösste) ist die griechische Bezeichnung für den ägyptischen Gott Toth, der die "Hermetischen Schriften" verfasste, die eine gnostische Weltentstehungs- und Erlösungslehre enthalten, und er galt zeitweilig als der grösste Zauberer, der unter anderem Schätze und Gefässe unzugänglich machen konnte („hermetischer Verschluss“). 

 

Er lehrte das hermetische Gesetz: "Dasjenige, welches unten ist, ist gleich demjenigen, welches oben ist. Und dasjenige, welches oben ist, ist gleich demjenigen, welches unten ist, um zu vollbringen die Wunderwerke eines einzigen Dinges“. Manchen ist dieser Ausspruch als: "Wie im Himmel, so auf Erden" bekannt. Im Makrokosmos wie im Mikrokosmos herrschen die gleichen Gesetzmässigkeiten. 

 

Ein Beispiel hierzu: Der kleinste uns bekannte Baustein physischer Materie ist das Atom. Das Atom setzt sich im Wesentlichen aus Protonen, Neutronen und Elektronen zusammen. Protonen und Neutronen bilden zusammen den Nukleus (Kern) des Atoms, die Hülle entsteht durch das ungeheuer schnelle Schwingen der Elektronen um den Kern. Das ganze wird durch elektromagnetische Kraft zusammengehalten.

 

Der Unterschied zwischen den verschiedenen Atomen entsteht durch die Anzahl der Elektronen und Protonen. Es gibt 105 Grundelemente, von denen jedes nur deshalb existiert, weil es eine andere Zahl von Elektronen und Protonen aufweist. Nehmen wir nun einen Nukleus eines Wasserstoffatoms und vergrössern ihn auf die Grösse einer Murmel, dann wäre sein einziges Elektron zirka 400m entfernt. Das zeigt, dass das Atom fast nur aus leerem Raum besteht und dass Materie an und für sich sehr flüchtig ist. Ein Block aus Blei besteht so gesehen fast nur aus Zwischenräumen, die von atomaren Teilchen umkreist werden.

 

In der Relation entsprechen die Entfernungen zwischen den festen Teilchen den Entfernungen zwischen den Planeten unseres Sonnensystems. Ebenso entsprechen die Abstände der Gestirne untereinander den einzelnen Abständen der Tonleiter. Eine Photographie des Atomkerns (1 Pikometer) entspricht einer Photographie der Erde aus 1 Mio. km Entfernung und ebenfalls der Milchstrasse aus 10,000,000 Lichtjahren Entfernung. Das menschliche Magnetfeld in rotierendem Zustand sieht exakt so aus wie unsere rotierende Galaxie. (Geo-Wissen Ausgabe Nr. 2, 1990, "Chaos und Kreativität" zeigt sehr schöne Photographien der eben genannten Beispiele). 

 

Wie Du siehst, ist alles in einem perfekten System aufgebaut, das womöglich auf den ersten Blick nicht als solches erkennbar ist, doch bei näherer Betrachtung als solches offen-sichtlich wird. 

 

Das Leben selbst unterliegt - wie der Mikro- und Makrokosmos - perfekten Gesetzmässigkeiten. Diese Gesetze finden wir überall, in unserem Sonnensystem, in den Blutzellen, in der Elektrizität und im Magnetismus. Und da Materie durch elektromagnetische Kräfte zusammengehalten und bestimmt wird und auch wir Menschen zur Materie zählen, sind daher auch wir diesen Gesetzen, wie zum Beispiel der Anziehung und Abstossung, unterworfen. Thorwald Dethlefsen schreibt dazu in "Schicksal als Chance": Die Analogie "wie oben, so unten" hat nur dann eine Berechtigung, wenn wir bereit sind, dieses Universum als einen Kosmos (griechisch: Kosmos = Ordnung) anzuerkennen. Ein Kosmos wird jedoch von Gesetzen beherrscht und hat keinen Platz für Zufälle. Der Zufall als ein nicht berechenbares und nicht gesetzmässiges Geschehen würde jeden Kosmos (Ordnung) in ein Chaos (griech.: Unordnung) verwandeln. Bauen wir einen Computer, so stellt dieser in sich einen kleinen Kosmos dar. Er ist gesetzmässig konstruiert, sein Funktionieren ist von der Einhaltung dieser Gesetze abhängig. Lötet man in dessen Schaltkreise willkürlich ein paar Transistoren, Kondensatoren und Widerstände ein, die nicht zum gesetzmässigen Schaltplan gehören, so verwandeln diese eingebauten Repräsentanten des "Zufalls" den gesamten Kosmos in ein Chaos und der Computer arbeitet nicht mehr sinngemäss. Das gleiche gilt auch für unsere Welt. 

Bereits beim ersten zufälligen Ereignis würde unsere Welt aufhören zu existieren.

 

Beispiel: Lässt man einen Stein aus einer gewissen Höhe fallen, so fällt dieser nicht zufällig, sondern gesetzmässig nach unten. Trifft dieser Stein dabei Herrn X auf den Kopf, so wird Herr X nicht zufällig, sondern ebenso gesetzmässig von einem Stein getroffen. Weder die Tatsache, dass Herrn X der Stein auf den Kopf fällt, noch der Zeitpunkt, an dem dies geschieht, ist zufällig .. Ist Ihnen auch aufgefallen, dass noch niemals irgend ein Stern ganz "zufällig" aus seiner Umlaufbahn gefallen ist, eine Blutzelle gegen den Strom geschwommen ist oder vielleicht eine Sommerpflanze zufällig im Winter geblüht hat? Vielleicht wissen Sie ja von einem Elektron, dass auf seiner Umkreisung des Atomkerns mal ganz "zufällig" einen Haken geschlagen hat? Alle Materie besteht aus den 105 Grundelementen, die wiederum aus Neutronen, Protonen und Elektronen und deren absolut perfekten und rhythmischen Bewegungen aufgebaut sind. Warum sollte also, nachdem alles Leben in uns und um uns herum einem groben, gleichmässigen Rhythmus unterliegt, gerade der Mensch als einziger "Zufällen" ausgesetzt sein? Es gibt keinen Zufall! Hinter jedem Ereignis steht ein Gesetz. Nicht immer können wir dieses Gesetz auf Anhieb erkennen. 

 

Dies berechtigt uns jedoch nicht, seine Existenz zu leugnen. Die Steine sind auch schon nach unten gefallen, als man das Fallgesetz noch nicht kannte. Der Mensch ist das getreue Abbild des makrokosmischen Universums.

 

Deshalb stand über dem Orakel von Delphi:

"Mensch, erkenne Dich selbst, dann erkennst Du Gott!"

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