Muss Veränderung weh tun?

Es gibt Menschen, denen fällt es relativ leicht, sich zu verändern. Andere dagegen wehren sich mit Händen und Füssen dagegen. Sie ändern nur etwas, wenn es gar nicht anders geht und wenn ihnen das Leben die Pistole auf die Brust setzt. Wenn sie richtig krank werden. Oder wenn sie ihren Job verlieren.

 

Darf ich fragen,

zu welcher Gruppe Mensch du gehörst? Änderst du eher schnell etwas, wenn es angebracht ist? Oder musst du normalerweise erst richtig leiden, bevor du etwas tust?

 

Im eigenen Leben zu verändern ist wirklich nicht immer leicht. Und noch schwerer ist es, sich selbst zu verändern.

 

Aber zum Glück haben wir Menschen diese Fähigkeit mitbekommen. Deswegen gibt es unsere Spezies überhaupt noch. Weil wir uns an sich verändernde Lebensumstände anpassen können. Weil wir etwas ändern können, wenn es notwendig ist.

 

Charles Darwin meinte schon, dass diejenigen langfristig überleben, die sich am besten an ihre Umgebung anpassen können. Und wir Menschen haben überlebt. Wir können uns offensichtlich ändern. Wir nutzen die Fähigkeit nur zu selten.

 

Nur etwas ändern, wenn gar nichts mehr geht? Darf ich dir noch eine Frage stellen?

Wer fühlt sich wohl aktiver, mehr im Leben, kraftvoller und handlungsfähiger:

a) Jemand, der nur etwas ändert, wenn es gar nicht anders geht, also jemand, der nur auf Veränderungen von aussen reagiert?

b) Oder fühlt sich derjenige stärker und kraftvoller, der Veränderungen im Leben von sich aus anstösst, wenn es angebracht ist? Jemand der von sich aus den Job wechselt, wenn er unzufrieden ist?

Jemand, der Lösungen und Möglichkeiten sucht, statt Gründe, warum man ohnehin nichts ändern kann?

 

Die Antwort ist klar. Es ist b, also derjenige, der von sich aus aktiv wird. Denn derjenige hat eher dieses wunderbare Gefühl, sein Leben in der Hand zu haben. Dieses Gefühl zu wissen, dass das eigene Leben ein Resultat der eigenen Entscheidungen ist. Dass man das Leben lebt, das man sich selbst ausgesucht hat. Das Gefühl der Selbstwirksamkeit?

 

Aber wieso wählen dann so wenige Menschen die zweite Variante?

Wieso suchen so wenige Menschen selbstbestimmt die Veränderung?

Vielleicht weil es uns noch wichtiger ist, uns sicher zu fühlen, als dieses Gefühl von Selbstbestimmung und Macht über unser Leben zu haben?

Vielleicht weil die meisten Menschen es nicht schaffen, sich ihren Ängsten zu stellen und die Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen?

 

Ein selbstbestimmender Veränderer sein

 

 

Denn Veränderung bringt Unsicherheiten und Unwägbarkeiten mit sich. Wer etwas verändert, der kann sich nicht sicher sein, ob es nach der Veränderung wirklich besser wird. Mit dieser Unsicherheit muss man umgehen können. Und da braucht man auch ein bisschen Hoffnung und Vertrauen. Vertrauen ins Leben. Und auch Vertrauen in sich selbst und dass man das, was kommt, schon irgendwie bewältigen wird.

 

Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.

Mahatma Gandhi