Hilfe, ich kann mich nicht entscheiden !

Auf unserem Lebensweg werden wir immer wieder aufgefordert, Entscheidungen zu fällen. Es gibt Entscheidungen von grosser Tragweite und kleine, alltägliche. Wir haben uns (bewusst oder unbewusst) bereits für vieles entschieden, einen handwerklichen Beruf zu ergreifen oder zu studieren, zu heiraten oder alleine zu leben, Kinder zu bekommen oder kinderlos zu bleiben, aufs Land zu ziehen oder in der Stadt zu leben, ein Haus zu bauen oder zur Miete zu wohnen usw. Veränderte Lebensumstände wie etwa die Pensionierung, Kündigung der Arbeitsstelle, eine neue Liebe, der Tod eines Partners oder gesundheitliche Schwierigkeiten erfordern jedoch immer wieder, dass wir unsere Lebensweise anzupassen. Wir MÜSSEN Entscheidungen zu treffen. Denn selbst wenn wir Entscheidung aufschieben oder nicht treffen, ist dies bereits eine Entscheidung - nämlich die Entscheidung, alles beim alten zu belassen. Warum fällt es manchen Menschen leicht, sich zu entscheiden, während andere tage-, monate- oder gar jahrelang brauchen, bis sie sich zu einer Entscheidung durchringen können ? Es gibt viele unterschiedliche Gründe dafür, warum wir uns nicht oder nur schwer entscheiden können. Beispielsweise,
weil wir die Bedeutung einer Entscheidung überschätzen.
weil wir von uns verlangen, buchhalterisch weissagend in die Zukunft sehen zu können und zu wissen, was uns die Zukunft bringt.
weil wir Angst vor den Konsequenzen und der Verantwortung haben.
weil es (scheinbar) nur zwei negative Alternativen gibt, zwischen denen wir uns entscheiden können.
weil wir uns nicht trauen, noch etwas in/an unserem Leben zu verändern.
Praktische Tipps

Wir alle haben sicher schon lange Listen erstellt, mit Vor- und Nachteilen, eine Entscheidung treffen zu können.
Doch wir können noch viel mehr tun, um uns Entscheidungen zu erleichtern: 1. Fragen Sie sich zunächst, ob es wirklich um Leben und Tod geht. Wäre es wirklich eine Katastrophe, wenn sich Ihre Entscheidung als ungünstig herausstellen würde? Wie könnte Ihr Leben dann weitergehen? Wenn Sie sich und andere nicht in Lebensgefahr bringen, dürfen auch Sie Fehlentscheidungen treffen.
2. Wägen Sie ab: Was würden Sie verlieren, wenn Sie nichts tun würden? Was könnten Sie gewinnen, wenn Sie sich für die Veränderung entscheiden würden? Wie sind die Folgen kurz- und langfristig für Ihr Leben?
3. Nehmen Sie sich einige Minuten Zeit. Schliessen Sie die Augen und stellen Sie sich die veränderte Zukunft vor. Wie spielen Sie im Film Ihres potentiell zukünftigen Lebens mit ? Gefällt Ihnen, was Sie sehen ? Wie fühlt es sich an ?
4. Wagen Sie auch einen Blick zurück und schreiben Sie sich auf, mit welchen Ihrer unzähligen Stärken, Ihrer Ressourcen Sie die letzten Hürden gemeistert haben und was aus früheren - möglicherweise angstvoll getroffenen - Entscheidungen geworden ist. In der Regel hat sich kaum eine Befürchtung bewahrheitet.
5. Hören Sie auf, von sich die absolut richtige Entscheidung zu erwarten. Sie können nicht alles vorhersehen. Vieles müssen Sie erst ausprobieren, um zu wissen, ob es sich für Sie eignet. Entscheidung haben sie Eigenschaft sowohl positive als auch negative Auswirkungen mit sich zu bringen.
6. Stellen Sie einen gefassten Entschluss nicht immer wieder in Frage. Dadurch bremsen Sie sich selbst und hemmen sich bei der Umsetzung.
7. Verzeihen Sie sich, wenn sich eine Entscheidung im Nachhinein als ungünstig herausstellt. Sie haben sich die Entscheidung nicht leicht gemacht und Ihr Bestes gegeben. Wie jeder andere können auch Sie nicht in die Zukunft sehen und alle Konsequenzen einer Entscheidung abschätzen.
8. Wenn alles noch nichts genutzt hat ? Werfen Sie eine Münze!
Aber nicht, um dem Zufall die Wahl zu überlassen, sondern um festzustellen, was Sie insgeheim wünschen, wenn die Münze fliegt. Sie werfen die Münze somit nicht, um dem Zufall die Wahl zu überlassen, sondern um festzustellen, was Sie insgeheim wünschen, wenn die Münze fliegt.